Altersvorsorge: Mehrheit der Selbstständigen ist gut aufgestellt

Die große Mehrheit der Selbstständigen in Deutschland sorgt laut einer Erhebung ‌für das Alter ⁠vor. Nach Berechnungen des DIW sichern sich lediglich sieben Prozent nicht für die Zeit im Ruhestand ab.

Die Einführung einer verpflichtenden Altersvorsorge für die rund 3,7 Millionen Selbstständigen in Deutschland steht weit oben auf der politischen Agenda, um deren drohende Altersarmut zu verhindern, entsprechende Ausgaben der Grundsicherung zu entlasten und die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) zu verbessern. Laut Koalitionsvertrag plant die Bundesregierung, alle neuen Selbstständigen, die keinem obligatorischen Alterssicherungssystem angehören, in die GRV einzubeziehen.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) liefert ein differenziertes Bild zur Altersvorsorge von Selbstständigen in Deutschland: Entgegen verbreiteter Annahmen sorgt die große Mehrheit vor. Demnach nutzen 93 Prozent mindestens eine Form der Altersabsicherung, zwei Drittel setzen sogar auf mehrere Bausteine wie Immobilien, Kapitalanlagen oder Versicherungen. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung aber auch Schwachstellen: Rund sieben Prozent der Selbstständigen betreiben keinerlei Vorsorge – mit entsprechend hohem Risiko für Altersarmut. Zudem fühlt sich knapp ein Fünftel insgesamt nicht ausreichend abgesichert. Besonders betroffen sind dabei Selbstständige mit niedrigen Einkommen.

Im Durchschnitt investieren Selbstständige mehr als 20 Prozent ihres Nettoeinkommens in die Altersvorsorge. Dennoch sehen die Studienautoren politischen Handlungsbedarf: Diskutiert werden unter anderem eine verpflichtende Altersvorsorge für bislang Unversorgte sowie staatliche Zuschüsse für Geringverdienende bis zu einem Jahreseinkommen von 36.000 Euro. Ein weiterer Vorschlag ist die Einführung einer sogenannten Vorsorgequote, die sicherstellen soll, dass auch tatsächlich ausreichend Rücklagen gebildet werden. Dabei sollen verschiedene Vorsorgeformen flexibel anerkannt werden. Als Vorbild nennen die Autoren das österreichische Modell mit anpassbaren Beiträgen, das besser auf schwankende Einkommen reagiert.

> Weitere Informationen zur DIW-Studie (PDF-Download)